Hilfe: Polarlicht-Vorhersage
 
Polarlichtdaten auf der Wetterseite
Oben auf der Wetterseite wird das Feld Hpo-Index angezeigt. Der dargestellte Wert stellt eine Skala für die geomagnetische Aktivität unseres Planeten dar, und lässt erkennen, ob - bei entsprechender Dunkelheit - Polarlichter zu erwarten sind. Ab Stufe 6,3 wird - sofern die Sonne bereits untergegangen ist - der Wert in violetter Schrift dargestellt, um auf potentiell interessant werdende Polarlichter aufmerksam zu machen.

Durch ein Klick auf den Hpo-Index springt die Ansicht zur Grafik mit dem Verlauf des Hpo-Index der letzten 12 Stunden. Diese ist an der violetten Titelzeile zu erkennen. Zwischen Titelzeile und Grafik wird ein kleiner bunter Balken dargestellt: der Nordstreifen des Himmelverlaufs (Keogramms) - genau dort, wo Polarlichter zu sehen sind. Klickt man auf die Grafik, gelangt man zur Ansicht des Verlaufs der letzten 48 Stunden. Von dort führt (wie bei vielen anderen Unterseiten der Wetterseite) ein Klick auf die große Grafik zurück zur Hauptwetterseite.

Die Hpo-Skala
Die Hpo-Skala beginnt bei niedrigster Aktivität mit dem Wert 0 und steigt bei zunehmender Aktivität hoch. Bereits ab ca. Stufe 5 können in unserer südhessischen Gegend typischerweise Polarlichter ganz tief im Nordhorizont mit Langzeitbelichtungen fotografisch nachgewiesen werden. Ab ca. Stufe 6 bis 7 erscheinen die Polarlichter - nach bisheriger Erfahrung - auch im Blickfeld der Himmelskamera der Wetterseite. Ab Stufe 7 wird es in der Regel auch visuell (mit bloßem Auge) interessant. Bei Stufe 8 und höher handelt es sich um extrem starke Polarlichter. Die Hpo-Skala ist übrigens logarithmisch: eine Erhöhung von 7 auf 8 fällt wesentlich dramatischer aus, als von 1 auf 2.

Zugrundeliegende Daten
Die Daten für den Hpo-Index kommen ausnahmsweise nicht von einem Messgerät der hiesigen Wetterstation. Sie stammen vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam, der die Daten echtzeitnah der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Wie das GFZ-Potsdam erläutert, werden die Messungen von 13 geomagnetischen Observatorien rund um den Globus verwendet, um einen laufenden Vorhersagewert zu berechnen. Von den dort bereitgestellten Daten wird der Hpo-Index mit der feinsten Zeitauflösung hier auf der Wetterseite verwendet: der Hp30-Index.

In zwei Punkten unterscheiden sich die vom GFZ-Potsdam und der hiesigen Wetterseite dargestellten Grafiken: Das GFZ zeigt alle Werte in UTC, die Wetterseite in Deutscher Zeit an. Das GFZ-Potsdam korrigiert zudem die Hpo-Indizes von bereits abgelaufenen Zeiträumen fortlaufend nachträglich, sobald vollständigere Daten vorliegen. Hier auf der Wetterseite bleiben alte Werte in den Verlaufsgrafiken hingegen unverändert stehen und zeigen stets den ursprünglichen Vorhersagewert zum jeweiligen Zeitpunkt an.

Blickfeld der Himmelskamera
Die Himmelskamera der Wetterseite erfasst auch den Nordhorizont, und zwar ab einer Höhe von ca. 8°. Der Norden wird dabei oben im Bild dargestellt. Wenn Polarlichter höher als diese 8° über den Horizont reichen, werden sie typischerweise als rötliche oder violette Säulen oder Bänder sichtbar - Wolkenfreiheit und Dunkelheit vorausgesetzt. Nach bisheriger Erfahrung muss die Sonne mindestens 12° unter dem Horizont gesunken sein, damit man Polarlichter in der Ansicht der Himmelskamera erkennen kann.

Visuell vs. Fotografisch
Da die Fotos der Himmelskamera bis zu 30 Sekunden lang belichtet werden, kann die Kamera deutlich mehr als das menschliche Auge "sehen". Dazu kommt, dass die Wetterkamera rundum fast perfekt gegen Blendlicht geschützt ist - wodurch freilich auch etwas Horizontsicht verlorengeht. Als Beobachter in einer Wohngegend wird man zumeist dermaßen von künstlichen Lichtquellen geblendet, dass eine Polarlichtsichtung mit bloßem Auge unmöglich ist, geschweige denn eine Dunkeladaption der Augen stattfinden kann. Kameras haben hier den Vorteil, dass sie keine Nachtadaption benötigen und sofort ihre Maximalleistung abrufen können.

Beobachtung
Wenn Polarlichter unterwegs sind, treten desöfteren auch ein oder mehrere magnetosphärische Teilstürme auf - sogenannte "substorms". Anders als der Name es vielleicht vermuten lässt, kommt es genau zu diesen Zeitpunkten zu einer extremen Verstärkung der Polarlichter. Dies dauert typischerweise wenige Minuten. Hat man sich zuvor auf eine Gegend mit weniger Lichtverschmutzung aufgemacht und dort die Augen einigermaßen an die Dunkelheit adaptiert, können Polarlichter mit bloßem Auge erkannt werden. In unseren lichtverschmutzten Gegenden erscheinen sie in der Regel für unser Auge farblos, wenn der Hpo-Index sich um die 7 herum bewegt. Bei einem höheren Hpo-Index kann es freilich ganz anders liegen...
 
 
 © 2023 Carl Herzog