Polarlichter
Nacht vom 11. auf 12. November 2025
 
Die meisten Menschen dürften dieses Polarlicht-Großereignis verpasst haben, da es erst sehr spät in der Nacht begann. Die Polarlichter waren - trotz Halbmond - mit bloßem Auge zu sehen, inkl. einer zeitweise sehr gut erkennbaren tiefroten Färbung sowie vertikalen Säulen, wobei die Säulen für das Auge farblos wirkten.

Hier ein Zeitraffer des Nordhorizonts: → Zum Video

Was ist zu sehen?

Von West nach Ost ziehen zunächst hohe Wolken vorbei, die vor allem vom Mond beschienen werden. Die Polarlichtersäulen scheinen sich dabei in die gleiche Richtung wie die Wolken zu bewegen. Ab und zu scheint es zu blitzen - was von Fahrzeugen mit unnötigem Fernlicht verursacht wird. Jede Menge Satelliten und Flugzeuge rasen bzw. düsen durch das Bild, und ein paar Meteore tauchen ebenfalls kurz auf, z.B. hier:
 
 
Vom Sternenhimmel ist im Video auch einiges zu sehen: Links oben sind die hellen Sterne der Kassiopeia gut zu erkennen, die wie ein E (Epsilon) wirken, und rechts oben ist der Große Wagen zu sehen. Zwischen Kassiopeia und Großer Wagen (oben leicht rechts von der Bildmitte) ist der Polarstern gut zu erkennen. Um ihn scheinen alle Sterne gegen den Uhrzeigersinn zu rotieren. Die Milchstraße ist auch zu erkennen, wenngleich aufgrund der visuellen Bedingungen nicht besonders auffällig. Sie verläuft zunächst vertikal entlang der Kassiopeia und legt sich im weiteren Verlauf zunehmend nach links hin. Links oben im Video wandert die Andromeda-Galaxie als kleiner Fleck in Richtung Polarlicht.

Update 15.11.2025
Weiter geht's mit einem Zeitraffer fast des gesamten Himmels: → Zum Video

Zur Orientierung im Video: Unten ist ungefähr Norden, rechts ist Osten. Beim West- bis Süd-Bereich (also links bis oben) wurden ca. 20° am Horizont abgeschnitten, da die Fernlichter der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu sehr blenden und ablenken. Zu Beginn des Videos ist der Halbmond im Osten zu sehen, inkl. eines einfachen Halos (22°-Ring), der von den hohen Wolken verursacht wird. Am Rande des Halos fällt ein sehr heller Punkt ins Auge: Jupiter. Ganz oben (im Süden) ist das Sternbild Orion - auf den Kopf gedreht - zu sehen. Hier eine Übersicht der Himmels mit den genannten Anhaltspunkten (und ein paar weitere):
 
 
Sobald die Wolken sich im Video lichten sieht man, daß die Polarlichter etwas West-lastig liegen. Ab der Mitte des Videos ist zu erkennen, daß das diffuse Rot hoch bis zum Zenit reicht, also Polarlichter direkt über Idstein, am 51-ten Breitengrad. Beim oberen diffusen und tiefroten Leuchten handelt es sich um den sog. SAR-Bogen. Dieser war wie üblich nur fotografisch erkennbar. Hier eine kontrast- und farbverstärkte Darstellung des SAR-Bogens:
 
 
Update 16.11.2025
Ergänzend zu den obigen Erläuterungen des Sternenhimmels im ersten Video, hier eine Darstellung des Nordhorizonts mit Anmerkungen:
 
 
Die Erdrotation läßt sich im Summenbild des Zeitraffers gut erkennbar machen, nebst vieler Flugzeugspuren:
 
 
Wie man im obigen Foto sieht befindet sich der Polarstern nicht exakt in der Verlängerung der Erdachse, weshalb er selbst auch eine kleine scheinbare Rotation hinlegt.

 
Hier ein weiteres Foto mit den Säulen des Polarlichts, die eine außerordentlich schnelle Bewegung von West nach Ost hinlegten, was zu einer leicht verschwommenen Darstellung der Säulen bei einer 5-Sekunden-Belichtung führte:
 
Die dichte Bewölkung ganz tief am Horizont verdeckt leider die Details der unteren Polarlichter. Ohne Bewölkung wäre dort hochwahrscheinlich der grüne Bogen erkennbar gewesen.

Und beim nächsten Foto erkennt man eine Überbelichtung der Polarlichter an der linken Seite. Direkt über den Strommasten verschwinden alle Details der Polarlichter im roten Bereich (sog. Clipping wegen der Überbelichtung). Es waren zeitweise außerordentlich helle Polarlichter, vor allem Richtung Nordwesten, weshalb man sie trotz Halbmond und Schleierwolken sehr gut mit bloßem Auge wahrnehmen konnte.
 
 
Es war insgesamt das 11. Mal, daß ich dieses Jahr Polarlichter aus Idstein heraus fotografiert habe - genauer gesagt: seit April.

 
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