Mondfinsternis September 2025
Beitrag: 20. Dezember 2025
Aufnahmen: 07. September 2025
 
 
In diesem Jahr kam es nur im September zu einer totalen Mondfinsternis. Dabei stellt sich die Erde zwischen Sonne und Mond, und der Mond wandert durch den Kernschatten der Erde hindurch.

Als der Mond um 20:00 aufging, befand er sich bereits im Kernschatten der Erde. Rund eine halbe Stunde später, als der Himmel in der Abenddämmerung allmählich begann sich zu verdunkeln, und die nautische Dämmerung gerade begonnen hatte, konnte man dem Mond tief im Osten in einer sehr blassen rötlichen Farbe erkennen:
 
 
Rund eine Viertelstunde später hatte sich der Kontrast durch den dunkleren Abendhimmel ausreichend verstärkt - gerade rechtzeitig, um den farblichen Höhepunkt der Mondfinsternis nicht zu verpassen:
 
 
Zu diesem Zeitpunkt war auch in der Himmelsansicht auf der Wetterseite kurz die rote Farbe des Mondes zu erkennen. Im Osten (links im Bild) ist ein kleiner roter Punkt zu sehen:
 
 
Wenige Minuten später begann der Mond aus dem Kernschatten der Erde zu treten, wodurch eine Seite des Mondes durch den ersten direkten Sonnenstrahlen stark aufgehellt wurde:
 
 
Die rote Farbe des Mondes trat dabei noch kräftiger als zuvor in Erscheinung, da wir uns nun dem Ende der nautischen Dämmerung näherten.

Gegen 21:35 war bereits mehr als die Hälfte des Mondes aus dem Kernschatten der Erde herausgetreten, und die helle Seite des Mondes gewann die Oberhand:
 
 
Wenn man nun die Belichtung der Kamera stark verkürzt, kann man die Details der hellen Seite des Mondes erkennen, und der noch im Kernschatten des Erde befindliche Teil des Mondes scheint zu verschwinden:
 
 
Um 22:00 war der Mond bereits komplett aus dem Kernschatten der Erde getreten, und erstrahlte dabei scheinbar in seiner normalen Helligkeit - was allerdings ein Trugschluss war, denn der Mond befand sich dabei noch im Halbschatten der Erde - hier in einer Aufnahme von 22:12, als noch der Großteil des Mondes sich im Halbschatten befand:
 
 
Um 22:28, als etwas mehr als die Hälfte Mondes aus dem Halbschatten ausgetreten war, erkennt man fotografisch eine Aufhellung:
 
 
Schauen wir uns den gesamten Vorgang nun in einem Zeitraffer an - knapp nach der Hälfte des Videos wurde die Belichtungszeit der Kamera so angepasst, daß der helle Bereich des Mondes nicht überstrahlt:

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In der zweiten Hälfte des Videos blitzte kurz etwas Dunkles durchs Video: ein Flugzeug, scheinbar auf dem Weg zum Mond - bis dahin bräuchte er gute 16 Tage:
 
 
Im Video gut zu erkennen sind von oben nach unten (West nach Ost) vorbeiziehende hohe Wolken (Cirren). Diese sorgten für eine Mondkorona - ein farbiger Hof rund um den Mond:
 
 
Dabei ist zu erkennen, der die Korona nicht wie sonst üblich am Mittelpunkt des Mondes zentriert ist, sondern vielmehr an der linken unteren Mondkante, die bereits hell erstrahlt war. Die rote Farbe der Korona entsteht also nicht durch den rot leuchtenden Mond, sondern vom hellen weißen Licht. Das wird auch in einer Ausschnittsvergrößerung gut sichtbar:
 
 
Verstärken wir Kontrast und Farbsättigung, sind wesentlich mehr Farben der Korona zu erkennen:
 
 
Dabei werden die Farben des Regenbogens durchlaufen, und nach außen hin wiederholt sich das, wobei die Farben dann sehr verblassen. Eine ausgeprägte Korona kann aber mehrere solcher Wiederholungen aufweisen.

Apropos Farben: wenn man am voll beleuchteten Vollmond auch die Farbsättigung verstärkt, zeigt auch der Mond unterschiedliche Farben - vor allem im Bereich der dunkleren Tiefebenen (den Mare) - dies kommt von den unterschiedlichen Zusammensetzungen der Mineralien am Mondboden:
 
 
Abschließend bleibt noch Saturn zu erwähnen, der sich zum Zeitpunkt der Mondfinsternis in einer Winkelentfernung von 13° vom Mond befand, der helle Punkt links im Bild (über den zwei dunkleren Sternen):
 
 
Die Ringe des Saturns sind übrigens derzeit fast horizontal zu uns ausgerichtet, so daß man sie nur als flachen Strich erkennen kann, hier in einer teleskopischen Aufnahme vom 22. November diesen Jahres:
 
 
Dabei erscheint die Linie über der Planetenscheibe etwas breiter und leicht nach oben versetzt: das ist der Schatten der Ringe an der Oberfläche des Planeten. Und über den Ringen ist ein großer Punkt zu erkennen: das ist Saturns Mond Titan, der zum Zeitpunkt dieser Aufnahme vor dem Planeten zog.

 
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