| Das doppelte Purpurlicht |
| Beitrag: 31. Dezember 2025 Ereignis: 26-30. Dezember 2025 |
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Das Purpurlicht tritt normalerweise auf, wenn sich die Sonne 2° bis 6° unter dem Horizont befindet, also während der bürgerlichen Dämmerung. Wenn die Atmosphäre eine hohe Transmission (Lichtdurchlässigkeit) aufweist und die stratosphärische Aerosolschicht - z.B. nach einem Vulkanausbruch - besonders stark ist, tritt zudem ein Nachpurpurlicht auf, wenn die Sonne wesentlich tiefer gesunken ist, was in diesen Tagen tatsächlich auftrat: |
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Das Purpurlicht entsteht dabei durch eine Mischung von zwei Farben: das typische Blau des Himmels, und ein Rot durch Streuung des Lichts an Aerosolen in der Stratosphäre. Aus Blau und Rot ergibt sich dann der Purpur-Eindruck, was man durch Farbmischung darstellen kann: |
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Der für den Rotanteil des Purpurlichts zuständige Effekt ist die Mie-Streuung. Dabei müssen die Partikel in der Luft größer als die Wellenlänge des Lichts sein. Das ist bei Aschepartikeln der Fall. Das Licht wird dabei ebenfalls gestreut, allerdings hat die Wellenlänge des Lichts - anders als bei der Rayleigh-Streuung - nur einen geringfügigen Einfluss auf die Mie-Streuung: Blau, Grün und Rot werden also ähnlich stark gestreut. Da das Licht während der Dämmerung aus einem sehr flachen Winkel in die Atmosphäre eintritt, durchläuft es einen sehr langen Weg durch die Atmosphäre. Dabei werden die kurzen Wellenlängen (wegen der Rayleigh-Streuung) so stark gestreut, daß bevorzugt die roten Lichtanteile den Himmel über uns erreichen. Schauen wir uns nun den Himmelsverlauf für den 22. November (als es fast kein Purpurlicht gab) an, sowie für den 27. und 28. Dezember (mit viel Purpurlicht). Jeweils eingeblendet wird eine Kurve zur Veranschaulichung der Sonnenhöhe und Kennzeichnung der drei Dämmerungsphasen. Kurz zur Erklärung, was der Himmelsverlauf darstellt: dieser wird aus den laufenden Aufnahmen des Himmels erzeugt, indem ein ganz dünner vertikaler Streifen (aus der Bildmitte) herausgeschnitten wird. Die so entstehenden Streifen werden nach und nach rechts hintereinander zusammengelegt und ergeben so einen Fingerabdruck des Himmels im zeitlichen Verlauf. Die untere Kante des Verlaufs entspricht dem Südhorizont und die obere Kante dem Nordhorizont. Nun zu den drei Himmelsverläufen: |
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Wenn man nun die durchschnittliche Farbe des gesamten Himmels in Abhängigkeit vom Sonnenstand der Morgendämmerung dieser drei Tage (22.11, 27.12 und 28.12) untersucht, erkennt man besser, wann die Purpurfärbung beginnt und endet. Im folgenden Diagramm wird der Farbton in der vertikalen Achse eingetragen (er wird als Winkel angegeben, siehe Detailansicht der Wetterseite). Dabei ist ein höherer (Winkel-)Wert gleichbedeutend mit einer stärkeren Verschiebung von Blau auf Rot - und damit eine stärkeren Purpurfärbung. Der Sonnenstand wird in der horizontalen Achse dargestellt. Dabei bedeuten negative Werte, daß die Sonne unter dem Horizont steht und positiv Werte, daß sie über dem Horizont steht: |
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Das Purpurlicht ist insgesamt ab Mitte der astronomischen Dämmerung bis kurz vor Sonnenaufgang nachweisbar, nur daß sich je nach Einfallswinkel der Sonne die Blau- und die Rotanteile zueinander verschieben, und die Färbung sich laufend verschiebt. Abschließend zwei Zeitraffer des Purpurlichts in der Morgendämmerung, das erste bei klarem Himmel und das zweite mit leichten Schleierwolken: → Video des 28.12.2025 → Video des 27.12.2025 |