Polarlichter über den Taunus
Beitrag: 24. Januar 2026
Aufnahmen: Nacht vom 19/20. Januar 2026
 
 
In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar gab es extrem helle Polarlichter, die jedoch in Idstein aufgrund des dichten Nebels nicht beobachtet werden konnten. Aber ab einer Höhe von geschätzten 400 Metern über dem Meeresspiegel war der Himmel klar.

Ich erfuhr von den Polarlichtern erst in der Halbzeit des EM-Handballspiels (Deutschland-Spanien) und machte mich kurzerhand auf den Weg in höhere Gefilde. Als der Nebel sich während der aufsteigenden Fahrt gelichtet hatte, bemerkte ich durch die Fensterscheibe starke Aufhellungen am Himmel, die nach meiner bisherigen Erfahrung niemals Polarlichter sein konnten - so hell waren sie.

Als ich vom Auto ausstieg, nahm ich sofort einen großen langen Streifen grüner Polarlichter am Himmel wahr - ein vollkommen surreales Erlebnis. Diese waren so hell, dass man sie mit bloßem Auge - ganz ohne Dunkeladaption der Augen - sofort in Farbe erkennen konnte.

Um ungefähr das zu vermitteln, was man mit bloßen Auge sehen konnte, hier ein Video in Echtzeit (ganz normal mit 25 Bildern pro Sekunde gefilmt). Der Blick geht dabei nach Nordosten bis Osten:
 
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Zu erkennen ist der gelb-grünliche Polarlichterbogen am Horizont, darüber etwas diffuse rote Säulen, und nochmal darüber grüne auf- und abschwellende Bereiche.

Wenige Minuten später nahmen die oberen grünen Bereiche zunehmend an Fahrt auf. Hier ein Video (ebenfalls in Echtzeit) mit den schnell werdenden Veränderungen. Der Blick geht dabei nach Osten und etwas höher als zuvor:
 
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Und dann begann der Himmel urplötzlich sich auf allen Seiten mit grünen Erscheinungen zu füllen, die extrem schnell auf- und wieder abschwellten. Wechseln wir hierzu den Blick auf die Westseite des Himmels und betrachten einen Zeitraffer, der aus 2-Sekunden-Aufnahmen erstellt wurde, die mit 5 Bildern pro Sekunde abgespielt werden - also 10 Mal schneller als in Wirklichkeit abläuft:
 
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Auf der linken Seite des Videos sieht man einen dunkleren roten Streifen, der wie ein Strahl hoch bis zum Zenit reicht. Entlang dieses Streifens bildeten sich immer höher werdende grüne Bereiche, die sehr schnell aufpoppten und für kurze Momente blendend hell wurden.

Wechseln wir nun die Perspektive und schauen dabei hoch nach Süden, in einem Video, das aus 1-Sekunden-Aufnahmen erstellt wurde, die mit lediglich einem Bild pro Sekunde abgespielt werden - also in Echtzeit (auch wenn es wie eine Dia-Show oder einem Stop-Motion-Film wirkt):
 
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Auf der Unterseite (halb links) im Video erkennen wir das Sternbild Orion, weiter oben den Jupiter - als hellster Punkt am Himmel. Jupiter stand dabei ca. 61° hoch über den Südhorizont, und der grüne Polarlichtstreifen verlief sogar tiefer als dieser Punkt. Polarlichter im Süden direkt über dem Orion! Auffällig ist zudem, dass nach dem Verschwinden des grünen Streifens ein dunkler roter Streifen an gleicher bestehen bleibt. Dieser ist aber nur in den Fotos zu sehen, mit bloßem Auge war er nicht erkennbar.

Ein weiterer Beitrag mit mehr Fotos und folgt in den nächsten Tagen...

 
 
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