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Im dritten Teil des Polarlicht-Ereignisses vom 19.01 liegt der Schwerpunkt in Aufnahmen, die mit einem
Ultra-Weitwinkelobjektiv (14 mm Brennweite) geschossen wurden. Das Bildfeld ist dabei rund 104° breit und
81° hoch. Man kann also etwas mehr als in zwei Kompassrichtungen blicken (z.B. von Westen nach Norden)
und gut 75 % höher als in den Bildern des vorigen Beitrags schauen.
Die Bilder weisen eine natürliche starke Farbsättigung auf - so sieht die Kamera die Polarlichter. Die Bearbeitung
der Bilder beschränkte sich auf eine Kontrastminderung, um den großen Dynamikumfang der Polarlichter und des Himmels
natürlicher wiederzugeben. Die Belichtungszeit lag bei den meisten Aufnahmen zwischen lediglich 1 und 2 Sekunden.
Im ersten Bild blicken wir um 22:33 lokaler Zeit nach Norden. Der hellere Stern in der oberen Bildmitte ist der Polarstern,
links von ihm sehen wir das Sternbild Kassiopeia und rechts von ihm den großen Wagen im Sternbild der großen Bärin:
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Eine Minute später gesellten sich grüne Polarlichtflächen inmitten der roten Beamer:
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Ein Schwenk nach Nordosten zeigt die entlang der Erdkrümmung verlaufenden Polarlichter. Auch dort vermischen sich
grüne Polarlichtflecken inmitten und auch über den roten Säulen:
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Ein schneller Schwenk nach Westen offenbart etliche Varianten des Polarlichts:
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Im oberen Bild - gegen den Uhrzeigersinn aufgezählt:
rechts unten das gelbgrüne Polarlichtband, darüber die roten Beamer, darüber die grünen Flächen. Oben in der Bildmitte
ist eine ganz schwache rote Färbung des Himmels zu erkennen - das SAR-Band. Weiter links runter sehen wir ein paar
schwach leuchtende matt-rote Strahlen, die weit nach oben reichen. Und an deren Fuße strahlt eine gelbgrüne Fläche,
die in der kurzen Aufnahme fast zu einer Überbelichtung führt.
Die grüne Fläche (links unten) veränderte ihre Form und wanderte etwas nach oben:
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Dann wurde verschwand sie in der gleichen Minute. Dafür poppte eine zweite grüne Fläche am Fuße des linken
matt-roten Strahls. Der rote Strahl gewann dabei etwas an Helligkeit, wohl durch ein sich überlagernder grüner Strahl:
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Drei Minuten später wuchs die grüne Fläche stark nach oben und überstrahlte die beiden roten Strahlen:
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Wenige Minuten später gesellten sich die grünen Flächen über den roten Beamern hinzu:
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Die vielen hellen grünen Flächen verfärben den Boden ebenfalls grün. Noch zwei Bilder weiter oben war der
Boden noch rot verfärbt.
Nun folgt die gleiche Aufnahme wie oben, aber durch Minderung der Farbsättigung und Helligkeit so bearbeitet,
dass sie ungefähr das wiedergibt, was ich - aus der Erinnerung - mit bloßen Augen sehen konnte. Um dies
nachzuempfinden ist eine Betrachtung im vollständig abgedunkelten Raum erforderlich:
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Auffällig dabei ist, dass die zwischen den hellen grünen Bändern eingeschlossenen roten Beamer
kontrastbedingt sehr dunkel wirken. Das entspricht der tatsächlichen Wahrnehmung bei der Beobachtung
mit bloßen Auge. Man hatte zeitweise das Gefühl, als sei eine dunkle unsichtbare Wolke zwischen beiden
grünen Bändern.
Nur zwei Minuten später waren die grünen Flächen rechts oben wieder verschwunden:
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Dabei ist ein Beobachter neben seinen Stativ zu sehen, der genauso wie ich - ob der sekündlich sich veränderden
Situation - den Blickwinkel ständig wechseln musste. Einmal krachte es im Osten, dann im Norden, dann im Westen
und dann urplötzlich im Zenit.
Nun ein Blick nach oben - Richtung Zenit, leicht nach Süden geneigt:
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An der gedachten Verlängerung der Funkturmspitze ist Jupiter zu sehen, schräg darunter das Sternbild Orion und
rechts schräg über den Orion die Plejaden - als ganz kleiner Sternhaufen. Durch die Plejaden leuchtet ganz schwach
matt-rötlich ein Polarlichstreifen, der in Ost-West-Richtung orientiert war. Und etwas darüber ist ein diffuses
tiefrotes Band zu erkennen - das SAR-Band.
In diesem und den folgenden Bildern stelle ich die Uhrzeit inkl. die Sekunde dar, um die schnelle Veränderung zu
dokumentieren. Es erschien zunächst ein weiß-grüne längliche Fläche an der Stelle, wo der rote Streifen im vorherigen
Bild stand:
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Im Sekundentakt schwoll er an und wurde blendend hell:
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Bis er sogar zu einer Überbelichtung der Aufnanme führte:
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Dann verschwanden scheinbar die weißen Anteile, wodurch die Helligkeit wieder abnahm, aber das Grün intensiver wirkte:
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Das Spektakel wiederholte sich ein paar Mal und beruhigte sich anschließend.
Das bot die Gelegenheit den Blick wieder gen Westen zu wechseln, wo der Ausläufer des schwachen roten Strahls
besser als zuvor in den Aufnahmen zu erkennen war und an Breite zugenommen hatte:
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Rund eine Viertelstunde später prägten im Norden rote Polarlichter das Himmelsbild, und der Boden - sowie auch
der Nebel - spiegelten wieder vermehrt die rote Farbe:
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Im Westen waren zu dieser Zeit die roten Streifen und die hellen grünen Flächen verschwunden, wodurch der Himmel
dunkler wurde. Dies erlaubte nun den Ausläufer des roten SAR-Bands gut in den Aufnahmen zu erkennen:
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Gut eineinhalb Stunden später traten - nach einer langen Pause - strukturierte rote Beamer im Norden in Erscheinung,
es kam wohl zu einem magnetosphärischen Teilsturm
(englisch: Substorm):
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Von der Mitte der roten Beamer verläuft dabei die Milchstraße nach links oben im Bild - man muß aber schon
genauer hinschauen, um sie zu erkennen.
Vier Minuten später hatten die roten Strahlen an Intensität gewonnen (die Belichtung ist ca. halb so lang wie im Bild
zuvor), wodurch sie mit bloßem Auge sichtbar wurden:
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Ein weiterer Beitrag folgt in den nächsten Tagen...
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