Idsteiner Wetter 2025: Regen & Wind
Beitrag: 12. Januar 2026
 
 
Als Überleitung aus dem ersten Beitrag dieser Serie betrachten wir nochmal die Spannweite relative Luftfeuchte im Jahresverlauf, bei dem es den Anschein hat, als sei die Außenluft im Winter am Feuchtesten:
 
 
Wenn wir nun die Werte der relativen Luftfeuchte in absolute Luftfeuchtewerte umrechnen, erhalten wir die folgende Grafik. Dabei wird die Wasserdampfmenge in Gramm angegeben, die sich in einem Kubikmeter Luft befindet:
 
 
Hier kann man nun erkennen, daß im Winter die Außenluft - absolut gerechnet - deutlich trockener als im Sommer ist.

Wechseln wir nun von der Luftfeuchte zum Regen und betrachten zunächst die Anzahl Tage pro Monat, an denen es eindeutig geregnet hat. Wir setzen dazu die Erkennung auf mindestens zwei Umkippungen des Regenwassermeßlöffels der Wetterstation an, was umgerechnet 0,4 mm Regen pro Tag entspricht. Die blauen Balken zeigen dabei die Regentage pro Monat an. Und die anderen zwei Balken (orangenfarben und rot) zeigen als Untermenge davon an, an wie vielen Tagen pro Monat es zusätzlich mindestens 2 bzw. 20 mm pro Tag geregnet hat, wobei die roten Balken auch eine Untermenge der orangenfarbenen Balken sind:
 
 
Am Beispiel des Monats Juli: es hat an 11 Tagen geregnet, davon hat es an 9 Tagen mehr als 2 mm geregnet, und davon an 2 Tagen mehr als 20 mm.

1 mm Regen entspricht übrigens 1 Liter Regenwasser pro Quadratmeter Boden.

Betrachten wir nun die tatsächliche summierte Regenmenge pro Monat, um die - mengenmässig - regenreichsten Monate auszumachen:
 
 
Der Sommer war gefüllt regnerischer als sonst üblich. Insbesondere der Juli zeigt eine überproportional hohe Regenmenge an. Betrachten wir nun den regenreichsten Tag des Jahres - den 27. Juli - im Tagesverlauf, wobei die Regenmenge laufend aufsummiert wird, wie ein Glas, das sich mit Wasser füllt, während es regnet:
 
 
Dabei erkennt man, daß die Hälfte des Regens vom Juli an einem einzigen Tag gefallen ist, und das Meiste davon in rund 90 Minuten herunterkam - einmal kurz nach 18 Uhr, und zum anderen um 20 bis 21 Uhr herum.

Um bei der Analogie des Glases zu bleiben: am Ende des Tages war das Glas fast 8 cm mit Wasser gefüllt. Das klingt zunächst nach wenig, aber: auf eine Fläche von 100 Quadratmetern sind es fast 800 Liter Regenwasser gewesen, die sich in einem einzigen Tag aufgesammelt haben. Und wo keine Erde ist, muss dieses Wasser irgendwo abfließen können, idealerweise im gleichen Tempo wie es regnet.

Betrachten wir nun die Regenrate dieses Tages - angegeben in mm Regen pro projizierter Stunde - wenn es also eine Stunde lang in der gleichen Intensität geregnet hätte:
 
 
Um die Auswirkungen auf das Erdreich und die Natur besser zu erkennen, betrachten wir eine kombinierte Grafik. Die hohlen blauen Balken zeigen dabei die tägliche Regenmenge an (linke Skala), und die grüne bis orangenfarbene Kurve zeigt die Bodenfeuchte an (rechte Skala), wobei grün (oben) für eine extrem feuchte Erde steht und orangenfarben (unten) für staubtrockene Erde:
 
 
Es handelt sich dabei um eine Rasenfläche, die in 2025 gar nicht gegossen wurde, und die Bodenfeuchte wurde in 20 cm Tiefe gemessen. Seit Anfang Juli war die Erde zunehmend trockener geworden, eh der große Regen vom 27. Juli die Erde wieder richtig durchfeuchtete.

Eine andere Art den Regen zu betrachten bietet ein Vergleich mit der theoretischen Verdunstung an. Dazu wird anhand der Wetterdaten sowie der Sonneneinstrahlung die theoretische kombinierte Verdunstung von Wasser von der Erdoberfläche (Evaporation, wie Verdunstung) und durch Pflanzen (Transpiration, wie Schwitzen) in die Atmosphäre berechnet. Kombiniert heißt es dann Evapotranspiration. Wenn wir diesen theoretischen Wert der Regenmenge gegenüberstellen (beide monatlich summiert), erhalten wir folgende Gegenüberstellung:
 
 
Hier wird gut ersichtlich, welchen Wert der regenreiche Juli hatte - ein gutes Timing für die Natur. Und sicherlich auch der Grund, warum die → Idsteiner Wasserampel in diesem Sommer nicht auf Rot gesprungen ist.

Wechseln wir nun zur Windanalyse und betrachten zunächst die monatliche Durchschnittsgeschwindigkeit des Windes. Dabei erkennt man, daß der Winter im Schnitt am Windigsten war:
 
 
Die maximalen Windgeschwindigkeiten des jeweiligen Monats verteilen sich aber etwas anders, wobei es sich dabei um Böen gehandelt hat, die auch sehr kurz gewesen sein können:
 
 
Wechseln wir abschließend zum Luftdruck (der stets auf Meereshöhe umgerechnet wird) und betrachten dabei den Verlauf in 2-Minuten-Intervallen übers ganze Jahr. Werte in der untere Hälfte stellen Tiefdruckgebiete dar und Werte in der oberen Hälfte Hochdruckgebiete:
 
 
Auffällig dabei ist, daß die Spanne von Mindest- auf Höchstwerte in der Jahresmitte wesentlich geringer als in der übrigen Zeit des Jahres ausfällt - sowohl im "positiven" Sinne (Hochdruckgebiete) wie im "negativen" Sinne (Tiefdruckgebiete).

Außerdem fällt auf, daß der laufende Luftdruck in dieser kompakten Jahresdarstellung scheinbar sehr schnelle Sprünge macht. Tatsächlich verändert sich der Luftdruck aber sehr langsam über mehrere Tage. Schauen wir uns dazu die Woche vom 18. bis 25. Oktober an, bei der in der oberen Grafik der Luftdruck scheinbar abrupt von 1025 auf 985 Hektopascal fällt:
 
 
Wie man in dieser Wochenbetrachtung sieht, dauert es fast 3 Tage, bis der Luftdruck sich von 1025 auf knapp über 995 hPa bewegt hat.

 
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