Wetterstatistik 2025: Feinstaub
Beitrag: 16. Januar 2026
 
 
Da nun lückenlose Feinstaubmesswerte für zwei vollständige Jahre für Idstein vorliegen, läßt sich die Entwicklung der Feinstaubimmissionen in Idstein untersuchen. Eine kurze Anleitung zu den Fachbegriffen rund um den Feinstaub ist in den ersten Abschnitten der Jahresstatistik für 2024 zu finden.

Wichtig zu wissen ist, dass der Pollenflug im Sommer so gut wie nicht erfasst wird, da Pollen wesentlich größer als die obere Messgrenze (10 Mikrometer = ein Tausendstel Millimeter) des verwendeten Messgeräts sind.

Widmen wir uns zunächst der Konzentrationen des Feinstaubs mit der Partikelgröße bis 2,5 Mikrometern (kurz PM 2,5) und betrachten die täglichen Durchschnittswerte im Verlauf des Jahres 2025. Die Konzentration wird dabei in Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft angegeben (kurz µg/m³):
 
 
Es springt sofort ins Auge, daß während der Heizperioden (vor allem Januar bis März und Oktober bis Dezember) die Durchschnittswerte wesentlich erhöht sind. Dabei geht der sonst so auffällige Neujahrstag mit ca. 36 µg/m³ fast unter, und das, obwohl die Himmelskamera eine sehr ausgeprägte visuelle Aktivität der Silvesterfeuerwerke zeigte. Der Tag mit den höchsten Feinstaubwerten war der 13. März, als das Haus an der Schützenhausstraße brannte. Dennoch finden sich auch andere Tage mit ähnlich hohen Tagesmittelwerten, wie z.B. der 10. Februar.

Betrachten wir nun die Spannweite der täglichen Mindest- bis Maximalwerte, wobei die Grafik bei 152 µg/m³ nach oben abgeschnitten wird, damit die Darstellung übersichtlich bleibt:
 
 
Höhere Maximalwerte pro Tag als die gedeckelten 152 µg/m³ finden sich übrigens an insgesamt 10 Tagen. Am Tag des Brandes (13. März) wurde eine maximale PM 2,5 Konzentration von 1157 µg/m³ erfasst. Es folgten der 9 Januar mit 597, der 28. Dezember mit 254, und erst dann der 1. Januar mit maximalen 215 µg/m³. Danach kommen (jetzt nur noch chronologisch sortiert) der 11. und 17. Januar, der 9. Februar, der 11. März sowie der 13. und 29. Dezember.

Betrachten wir nun die Jahresmittelwerte der PM 2,5 Konzentration für die Jahre 2024 und 2025, sowie rechts daneben den ab dem Jahr 2030 maximal erlaubten Jahresmittelwert, sowie ganz rechts die Empfehlung der WHO zum maximalen Jahresmittelwert, der aufgrund von Studien zu langfristigen negativen Auswirkungen von Feinstaub auf den Menschen ermittelt wurde:
 
 
Wie man erkennt lagen wir in den letzten beiden Jahren deutlich über den maximalen Grenzwerten, die in 5 Jahren gelten werden. Schlimmer noch: die Feinstaubbelastung hat im Jahr 2025 gegenüber 2024 zugenommen, womit wir uns in Idstein weiter von den kommenden Grenzwerten entfernen.

Um die Verschlechterung in 2025 besser bewerten zu können, betrachten wir eine monatliche Aufschlüsselung der beiden Jahre in der folgenden Grafik. 2024 wird dabei in blauer Farbe und 2025 orangenfarben dargestellt. Die monatlichen Feinstaub-Mittelwerte werden dabei als Balkenpaare dargestellt, und die monatlichen Durchschnittstemperaturen als gelbe Punkte, die mit Linien miteinander verbunden sind. Die linke Skala stellt die Feinstaub-Konzentrationen und die rechte Skala die Temperaturen dar:
 
 
Zunächst ist zu erkennen, dass der Februar 2024 (blaue Linie) mit einer Durchschnittstemperatur von 7,2 °C (rechte Skala) außergewöhnlich mild ausgefallen ist. Das spiegelt sich auch in der niedrigen Feinstaubbelastung des Februar 2024 wider. Aber die anderen Monate der Heizperioden sind hinsichtlich des Feinstaubs im Schnitt gleich oder schlechter geworden - selbst in Monaten, in denen die Durchschnittstemperatur in 2025 höher als in 2024 war (April, November, Dezember). Hinzu kommt, dass beide Winter eigentlich recht mild ausgefallen sind.

Das kann man insgesamt schon als sehr problematisch einordnen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass am 01.01.2025 die letzte Stufe der Bundesimmissionsschutzverordnung in Kraft trat. In dieser Stufe hätten die letzten verbliebenen Holz- und Pelletöfen ohne Feinstaubfilter um einen Feinstaubfilter bzw. Partikelabscheider erweitert oder sonst stillgelegt werden müssen, weil sie sonst die neuen Grenzwerte für Feinstaub nicht einhalten können. Sollte dies tatsächlich erfolgt sein, ist der Effekt unbemerkt verpufft. Allerdings weisen diverse Berichte darauf hin, dass sehr viele Öfen weiter ungefiltert in Betrieb sind.

Wechseln wir nun zur Feinstaubpartikelgröße bis 10 Mikrometern (PM 10) und betrachten zunächst die täglichen Mittelwerte, wobei die Grafik zu Übersichtszwecken bei 70 µg/m³ nach oben abgeschnitten wurde:
 
 
Der Bereich oberhalb von 50 µg/m³ wurde rot hinterlegt, um folgendes zu verdeutlichen: jeder Tag, an dem der PM 10 Tagesmittelwert über 50 µg/m³ liegt, ist als Überschreitungstag zu zählen, und es darf pro Jahr höchstens 35 Tage mit solchen Überschreitungen geben. Insgesamt waren es letztes Jahr 20 Tage mit Überschreitung dieses Tagesmittelwerts. Diese Regelung gilt übrigens zusätzlich zu den Jahresgrenzwerten.

Dabei ist zu erwähnen, dass die Messstation an einer etwas privilegierten Position steht, da kein direkter Nachbar mit Holz heizt. Würde man die Messstation eine Straßen weiter aufstellen, würden sich wesentlich mehr Überschreitungstage ergeben - sehr wahrscheinlich mehr als 35 Tage.
 
Insgesamt kann man festhalten, dass die Feinstaubbelastung sich weiter in die falsche Richtung entwickelt, und dass der Großteil der hiesigen Bevölkerung ungewollt - und oftmals unbemerkt - als Passivraucher lebt. Hier hilft es nicht den Kopf im Sand zu stecken. Das Problem sollte erkannt und angegangen werden.

Abschließend ein Beispiel des Feinstaub-Smogs, als die tief stehende Sonne ihn sichtbar machte:
 


 
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