Idsteiner Wetter 2025: Sonne
Beitrag: 14. Januar 2026
 
 
In diesem dritten Teil der Wetterstatistik 2025 für Idstein geht es nun um die Sonne. Anders als in den bisherigen zwei Beiträgen lassen sich die Grafiken nun auch auf dem Handy gut ablesen. Auf dem PC (oder Tablet) werden nur vereinzelt zusätzliche Informationen eingeblendet. Wer auf dem PC kleinere Grafiken bevorzugt, kann das Browserfenster in der Breite verkleinern.

Betrachten wir zunächst die tatsächliche Sonnenscheindauer - in Stunden pro Tag - im Verlauf des ganzen Jahres 2025:
 
 
Wie zu erwarten hatten wir im Sommer an sonnigen Tagen etwas mehr als 16 Stunden Sonnenschein, während im Winter die maximale Sonnenscheindauer auf ungefähr die Hälfte fiel. Dennoch schneidet ein sonniger Wintertag stets wesentlich besser als ein bewölkter Sommertag ab.

Betrachten wir nun die summierte Sonnenscheindauer pro Monat, so zeigte der Juni mit über 330 Stunden den meisten und der Oktober mit 106 Stunden den wenigsten Sonnenschein:
 
 
Wenn man nun die Sonnenscheindauer in Relation zur Dauer des lichten Tages setzt, kann man bewerten wie stark bewölkt die Tage im Jahresverlauf waren:
 
 
Hier sieht die Sache nun ganz anders aus als wenn man die absoluten Sonnenscheinstunden zählt. Auch im Winter war die Sonne - proportional zur Tageslänge betrachtet - vergleichbar oft wie im Sommer zu sehen. Einzig im September und Oktober war es doch sehr bewölkt. Dies wird deutlicher, wenn man sich die (relativ zur Tageslänge berechnete) Grafik pro Monat anschaut:
 
 
Hier sieht man, daß im Winter die in Proportion zur Tageslänge gesetzte Sonnenscheindauer lediglich 10 bis 15 % niedrigen als im Sommer ausgefallen ist.

Wechseln wir nun von der Sonnenscheindauer zur Strahlungsintensität der Sonne, die in Form der Globalstrahlung gemessen wird. Dabei wird ein waagerecht aufgestellter Sensor verwendet, so daß die Sonnenstrahlen den Sensor aus allen Richtungen und Winkeln erreichen.

Die folgende - pro Monat aufsummierte - Grafik zeigt die tatsächlich gemessene Globalstrahlung (orangenfarben, linker Balken im Balkenpaar), und rechts im Balkenpaar (blau) die theoretische Globalstrahlung, die in einem Monat bei konstant wolkenfreiem Himmel maximal erreicht werden kann:
 
 
Hierbei sind zwei Sachen auffällig: die Globalstrahlung nimmt im Winter wesentlich stärker als die Sonnenscheindauer ab. Dies erklärt sich dadurch, daß die Strahlungsintensität an einer waagerecht gemessenen Fläche bei flach am Horizont stehender Sonne stark abnimmt. Bei den Sonnenscheinstunden zählen wir hingegen jede Minute zu gleichen Anteilen - gleich wie tief die Sonne am Horizont steht.

Betrachten wir allerdings das Verhältnis von tatsächlicher zu maximal möglichen Globalstrahlung eines jeden Monats, verändert sich das Bild beträchtlich, und es ergibt sich etwas vergleichbares wie die Grafik mit der relativen Sonnenscheindauer:
 
 
Betrachten wir das gesamte Jahr 2025, ebenfalls proportional zwischen tatsächlicher und maximaler Globalstrahlung, sehen wir, daß das Glas bei uns deutlich mehr als halb voll ist. Die Sonne produzierte in 2025 fast 68 % der maximal möglichen Globalstrahlung:
 
 
Schauen wir uns diese proportionale Auswertung (Globalstrahlung vs. theoretischer Maximalstrahlung) für jeden einzelnen Tag im Jahresverlauf an, kommt zudem etwas Erstaunliches zum Vorschein:
 
 
Die relativ zur Maximalstrahlung erfasste Globalstrahlung erreicht an sonnenreichen Tagen im Winter Werte bis 110 %, aber im Sommer lediglich Werte bis ca. 96 %. Dies hat zwei Hauptursachen:

Im Sommer verdampft wesentlich mehr Wasser in die Atmosphäre. Die Wasserdampfmoleküle trüben die Atmosphäre, so daß die (relativ betrachtete) Sonnenstrahlung im Sommer abnimmt. Im Winter kann daher die Durchlässigkeit der Atmosphäre - an sonnenreichen Tagen - höher sein. Sonnenreiche Tage haben im Winter den Nebeneffekt, daß tagsüber weniger geheizt werden muss, wodurch insbesondere der Feinstaub der Holz- und Pelletöfen, die auch einen trübenden Effekt haben, geringer ausfällt.

Zum anderen ergeben sich im Winter, wenn die Sonne die meiste Zeit sehr flach am Horizont steht, manchmal Situationen, an denen die Sonne sich an (noch) tiefer am Horizont stehende Wolken spiegelt. Dadurch gelangt in der Summe deutlich mehr Strahlung zu uns, als dies ein theoretisches Model bei wolkenfreiem Himmel hergeben könnte. Wegen der kurzen Tage im Winter reichen wenige Stunden mit solchen Sondersituationen aus, um die gesamte Tagesbilanz über 100 % zu drücken.

Der aus Solarmodulen bekannte Effekt, der für niedrigere Leistungen bei hohen Modultemperaturen im Sommer sorgt, hat hier übrigens keinen Einfluss.

Nebenbei bemerkt: das Modell, das zur theoretischen Berechnung der Maximalstrahlung verwendet wird, berücksichtigt etliche Faktoren. Darunter die variierende Entfernung der Erde zur Sonne (im deutschen Sommer sind wir etwas näher zur Sonne dran, wodurch die Globalstrahlung etwas ansteigt). Und es wird ebenfalls die Sonnenhöhe über dem Horizont im Tagesverlauf berücksichtigt, sowie die mit einem tieferen Sonnenstand einhergehenden Abschwächung des Sonnenlichts, da die Lichtstrahlen wesentlich mehr Atmosphäre durchdringen müssen, bis sie uns erreichen. Der Verlauf der Globalstrahlung sowie der theoretischen Maximalstrahlung können übrigens unten auf der Hauptwetterseite eingesehen werden. Die Globalstrahlung wird dabei als gelbe Kurve dargestellt, und die theoretische Maximalstrahlung als graue Kurve.

Abschließend eine Übersicht des maximal gemessenen Indexes der UV-Strahlung an jedem Tag des Jahres 2025:
 
 
Übliche Werte von etwas über 8 wurden im Sommer erreicht. Und es gab einen Ausreißer mit einem UV-Index von 9,1 am 27.06.2025 um 13:10, als die Sonne von hellen Wolken umgeben war, aber gerade vor der Sonnenscheibe keine Wolken standen. Der Effekt hat sich also durch Spiegelung (genauer gesagt Brechung bzw. Beugung) an den Wolken ergeben.

Dieser Effekt führt auch dazu, daß die Globalstrahlung deutlich über der theoretischen Maximalstrahlung ansteigt. Dies führt dann für unsere Augen zu einer starken unangenehmen Blendung. Hier am Beispiel just des 27. Juni 2025, die graue Kurve zeigt wie gesagt den theoretischen Maximalwert und die gelbe Kurve die tatsächlich gemessene Globalstrahlung:
 

 
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